Reha auf dem Ederhof 2002
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Im August war es soweit. Ich fuhr mit meiner Familie nach Osttirol in die Nähe der Stadt Lienz zum Ederhof, der in ca. 1100 m Höhe liegt. Das Rehazentrum befindet sich in einer traumhaften Umgebung und die Luft dort ist frisch und sauber. Wir wurden herzlich begrüsst und auf die Zimmer aufgeteilt. Mein Bruder kam zu den Jungs, ich ins Mädchenzimmer und meine Eltern in ein Apartement unters Dach.
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Dann wurden wir von Merlin, dem "Boss" begrüsst und in das tägliche Programm eingewiesen. Neben teilweise stundenlangen Wanderungen in die Berge, gab es auch Shoppingtripps in die nahe gelegene Stadt Lienz. Da ich in der Gruppe die einzige HLTX-Patientin war, bekam ich einen extra Aufpasser, der mir regelmäßig den Puls prüfte, so daß ich mich nicht zu sehr anstrengte.
Sieglinde, unsere Nachtschwester, drückte mehr als einmal die Augen zu, wenn wir noch nicht müde genug zum Schlafen waren und lieber noch etwas plaudern wollten.
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Die Speisezimmer sind gemütlich eingerichtet, so wie das ganze Haus mit Nebengebäuden. Es gibt einen genauen Dienstplan, denn jeder darf mal Tischdecken und am Ende wieder abräumen. Wer durst hat, kann sich den ganzen Tag an allerlei Getränke bedienen.
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Unsere Köchin "verwöhnte" uns mit gesundem Essen, für jeden individuell abgestimmt. Wem es nicht reichte, der konnte sich selbstverständlich einen Nachschlag holen.
Vor dem Frühstück ging es erst mal zur Gymnastik, wo auch Eltern teilnahmen. Danach war der Appetit entsprechend und wir stärkten uns bei z. B. Wurst-, Käse- und Marmeladenbrötchen für das Vormittagsprogramm.
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Das Angebot an Ausflügen war sehr vielfältig, das wichtigste aber dabei war, die ausreichende Bewegung. Unsere Gruppe bestand aus ca. 15 Jugendlichen, also überschaubar für unsere Betreuer.
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Ganz besonders gefiel mir der Besuch in einem Freiwildgehege. Dort gibt es so viel zu sehen, dass ich gar nicht merkte, wie weit und wie lange ich lief. Und wenn es mir doch mal zu viel war, ist immer jemand bei mir geblieben, bis es wieder besser ging.
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Am Abend taten mir oft die Füße und Beine weh, aber zum Jammern hatte ich nie Zeit. Denn auch nach dem Abendessen stand immer etwas Interessantes auf dem Plan. Mal wurde ein Kicker-Tournier organisiert, mal Tanzunterricht von Eltern angeboten oder auch ein gemütlicher Videoabend war geboten. Ständig gab es immer etwas zu tun, woran man teilnehmen konnte.
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Ab und zu belohnten uns unsere Betreuer, z.B. mit einem köstlichen Eis vom Italiener. Das waren dann die ganz besonderen Highlights auf unseren "Laufstrecken".
Drei Wochen war ich auf dem Ederhof und hätte noch eine Woche bleiben können. Aber da es die letzte Ferienwoche war, wollte ich gerne nach Hause und vor dem erneuten Schulstress etwas faulenzen.
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Der Aufenthalt dort und die Aufnahme in einer so besonderen Gruppe und vor allem das Erleben, wie gehen andere mit ihrer Krankheit und den Medikamenten um, war eine super Erfahrung für mich. Viele neue Freunde habe ich gewonnen, mit denen ich regelmäßig telefoniere und schreibe.
Wenn möglich, komme ich bestimmt wieder!
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