Simona Scuderigeb. 5. Juni 1986transplantiert am
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Grosshadern, 14. November 1999
Hallo!Ich heisse Simona, bin 13 Jahre alt und komme aus Sizilien. Bis vor 1 1/2 Jahren lebte ich mit meiner Familie in Taormina. Das ist eine schöne kleine Stadt in der Nähe vom Ätna. Seit meiner Geburt hatte ich einen Herzfehler. Schon als kleines Kind konnte ich mich nicht besonders anstrengen. Ich wurde immer schwächer. Uns wurde gesagt, dass eventuell Herz und Lunge transplantiert werden müssen. Das war in Sizilien leider nicht möglich. Meine deutsche Mamma suchte eine ganze Nacht lang im Internet Informationen über Transplantationsmöglichkeiten in Deutschland. So kamen wir auf Grosshadern. Für uns alle begann eine sehr aufregende Zeit. Es war klar, dass ich nach Deutschland musste. Da mein Bruder Alessandro nicht alleine bei meinem Vater in Sizilien bleiben konnte, musste er mit uns umziehen. Bald darauf sass die ganze Familie im Flugzeug und machte sich auf den Weg nach Würzburg. Dort hatte meine Mutter eine Wohnung gefunden. Hier war es viel kälter. Mir ging es einigermassen gut, nur mit der Schule bekam ich Probleme. Ich fühlte mich immer schwächer werden, sodass ich nicht mehr laufen konnte. Mit meiner Mutter fuhr ich manchmal zu Untersuchungen nach Grosshadern. Eines Tages sagte ein Arzt zu uns, dass mir nur noch eine Transplantation von Herz und Lunge helfen könnte. Einerseits war ich froh, dass eine Entscheidung getroffen wurde, andererseits wollte ich nicht glauben , dass es mir schon so schlecht ging. Ich wurde auf die Warteliste gesetzt. Meine Mamma wurde mit einem Piepser ausgerüstet, damit wir immer erreichbar waren. Nach einem Jahr und drei Monaten kam endlich der ersehnte Anruf aus München. Die Organe für mich waren da. Jetzt wurde es aufregend. Schon nach zehn Minuten stand der Krankenwagen vor der Tür, mit dem wir zum Flugplatz nach Nürnberg rasten. Dort wartete schon ein Hubschrauber auf uns. Nach einer Stunde waren ich und meine Mutter in München-Grosshadern angekommen. Jetzt begann eine spannende Wartezeit. Die Spenderorgane mussten nochmals getestet werden, ob sie zu mir passen. Nach kurzer Zeit kam Prof. Reichenspurner und sagte, dass alles in Ordnung sei. Als mich die Schwestern in den OP fuhren, war ich doch sehr aufgeregt. Die Operation hat 9 Stunden gedauert und ist zum Glück sehr gut verlaufen. 1 1/2 Tage habe ich fast nur geschlafen. Nach und nach wurden sämtliche Schläuche entfernt. Mittlerweile sind fünf Wochen vergangen und ich fühle mich blendend. Ich kann wieder laufen, Trepen steigen, spazieren gehen und vieles andere, was ich früher nicht gekonnt habe. Vielleicht werde ich schon bald zur Rehabilitation entlassen. Und dann geht es endlich nach Hause. Ich freue mich riesig auf mein neues Leben, für das ich meinem Spender sehr dankbar bin. Eure Simona Gästebuch |