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Kurz vor unserer Urlaubsreise im Juli 2003 fuhr ich mit Simona wie immer, vor einer längeren Reise, in die Klinik zur Kontrolle. Die Magenprobleme häuften sich, was für die Ärzte uninteressant war. Ihr Spiegel (bei Transplantierte muß ein gewisser Medikamentenspiegel im Blut vorhanden sein, bzw. im Normbereich sein, um eine Abstoßung der Spenderorgane zu vermeiden) war für die Ärzte o.k.
Die anderen Blutwerte bereiteten mir wieder Sorgen, denn ich sah eine Verschlechterung während des letzten Jahres. Aber den betreuenden Ärzten, die für die Nachsorge verantwortlich sind, schien das nicht zu kümmern. Sie wünschten uns einen schönen Urlaub und meinten, wir können ganz beruhigt fahren.
Welch fatale Entscheidung.
Drei Wochen Urlaub hatten wir geplant, schon am dritten Tag ging es ihr schlagartig schlechter, sie hatte Probleme beim Essen, die Speiseröhre brannte ihr wie Feuer und nachdem sie ein kleines bischen gegessen hatte, mußte sie sich gleich übergeben. Sie blieb tapfer, weil an Unpässlichkeiten gewohnt.
Als es ihr nach ein paar Tagen so schlecht ging, dass sie kaum noch sprechen und auch nicht mehr zur Toilette gehen konnte, bemühte ich mich um einen Rüchflug nach Deutschland. Sie war sehr traurig darüber, denn sie wollte, wie sie mir gestand, unseren Urlaub nicht ruinieren und durchhalten. Ich konnte sie dann zum Rückflug überzeugen und sie beruhigen, dass wir einen Urlaub nicht genießen können, wenn es einen aus unserer Familie schlecht geht.
Am späten Nachmittag kamen wir zuhause an, ich wollte sofort in die Klinik, aber Simona wünschte sich nichts sehnlicher, als sich in ihrem Bett ausruhen zu können und am nächsten Morgen bei ihrem geliebten Kinderarzt Blut abnehmen zu lassen, um zu sehen, was nicht stimmte. So geschah es auch.
Am nächsten Morgen, pünktlich um 8 Uhr waren wir bei ihrem Doktor, der bei ihrem Anblick erschrocken und sehr besorgt war. Nach Blutabnahme tastete er ihren Bauch ab und weil dort etwas war, was nicht hingehörte, kontrollierte er mit seinem Ultraschallgerät und gab uns daraufhin sofort eine Einweisung in die Uniklinik zur weiteren Abklärung.
Dort wurde nach langen und diversen Untersuchungen ein großer Tumor im Bauchraum entdeckt und außerdem eine Niereninsuffizienz diagnostiziert. Sie mußte sofort an die Dialyse, es wurden ein zentraler Venenkatheder und einige Infussionszugänge gelegt, außerdem Rückenmark und Nervenwasser punktiert.
Nach drei Tagen stand fest:
Sie hatte Krebs, einen sehr bösartigen namens "Burkitt Like Lymphom" und schon im 4. Grad. Es gab keine Rettung mehr und wir mußten mit ansehen, wie sie Tag für Tag dem Tod näher rückte. Einmal schrie sie den Ärzten ins Gesicht: Ich will nicht sterben. Aber nach 5-tägigem Therapieversuch, zu retten was zu retten gab, stand fest, dass der Krebs siegen wird. Es war schrecklich, es ging so schnell.
Nach 6 Tagen mußten wir unsere geliebte Tochter gehen lassen.
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